Postulat 12.3206

Im März 2012 habe ich das Postulat «Grundlagen für ein Screening zu interfamiliärer Gewalt bei Kindern durch Gesundheitsfachpersonen» eingereicht. Nun wurde ein Bericht des Bundesrates in Erfüllung meines Postulates veröffentlicht. Darüber freue ich mich sehr.

Sowohl als Nationalrätin als auch als Präsidentin von Kinderschutz Schweiz, liegt mir das Thema der häuslichen Gewalt, gerade auch im Zusammenhang mit Kindern, sehr am Herzen. Deshalb bin ich sehr froh darüber, dass der Bundesrat den Handlungsbedarf in diesem Bereich anerkennt.
Es besteht Einigkeit darüber, dass eine systematische Vorgehensweise für die Früherkennung häuslicher Gewalt hilfreich ist. Aber wie dies praktisch umgesetzt werden soll, ist noch unklar. Bisher wurden unter anderem Früherkennungsinstrumente aus dem Ausland evaluiert. Auch die Integration der Früherkennung in die Aus-, Weiter und Fortbildung von Gesundheitsfachleuten, wird diskutiert.
Laut Bundesrat sind aber für die Umsetzung konkreter Massnahmen in erster Linie Kantone und Gemeinden zuständig. Auf Bundesebene gibt es bereits Fachstellen und Koordinationsorgane, die nicht weiter ausgebaut werden sollen. Ich bedaure die Zurückhaltung des Bundesrates, denn jeden weiteren Übergriff (körperlich oder psychisch), den wir verhindern können, ist eine Investition in die Zukunft eines Menschen. Verständnis habe ich dafür, dass der Bundesrat aufzeigt, dass keine finanziellen Ressourcen zur Verfügung stehen. Das Parlament stellt inhaltliche Forderungen auf, spricht aber keine Gelder. Besonders im Kinderschutz kann es verheerende Auswirkungen haben, nicht präventiv zu handeln. Denn wenn Kinder direkt oder indirekt von häuslicher Gewalt betroffen sind, hat das starke Auswirkungen auf diese Menschen, wenn sie erwachsen sind. Es gilt nun, den Bericht im Detail zu studieren, mit Fachpersonen zu diskutieren und weitere Schritte zu planen. Zum Wohle unserer Kinder.

Falls Sie den ausführlichen Bericht des Bundesrates oder die vollständige Medienmitteilung lesen möchten:

Bericht des Bundesrates

Medienmitteilung

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