Was macht euch Freude?

SP Sektionsanlass vom 23.8.2018 mit Yvonne Feri und Heidi Witzig.

Unter dem Titel «Das Alter ist uns teuer» führte die SP Sektion Wettingen einen öffentlichen Anlass mit den Referentinnen Heidi Witzig, pensionierte Historikerin und Autorin zahlreicher Bücher, und Yvonne Feri, Nationalrätin aus Wettingen, durch. Im ersten Teil legte Yvonne Feri einige Fakten über das Alter dar. Es gibt verschiedene Phasen des Älterwerdens, das junge Alter, das fragile und das abhängige Alter. Alle Phasen weisen ihre speziellen Bedürfnisse auf und fordern Gemeinden, Kanton und Bund gleichermassen. Aus Sicht der Gemeinden ist es besonders wichtig, dass einerseits die Alltagswünsche der älteren Bevölkerung abgedeckt werden können, aber auch die Beratung und gesundheitliche Versorgung sichergestellt ist. Dabei reden wir von Freizeitaktivitäten, sicheren Strassenübergängen, organisierter Freiwilligenarbeit, genügend Hausärzten, Pflegebetten, professioneller Spitex, verschiedenen Wohnformen und vielem mehr. Aus Sicht des Kantons ist es wichtig, eine Koordinationsaufgabe zu übernehmen, auch innovative Projekte zu fördern, wie beispielsweise Gesundheitszentren. Der Bund seinerseits ist gefordert bei der Existenzsicherung der Bevölkerung gemäss Bundesverfassung, aber auch bei der Klärung der KVG-Leistungen.

Im zweiten Teil des Abends veranschaulichte Heidi Witzig ihr Engagement bei der GrossmütterRevolution (www.grossmuetter.ch, Plattform und Think Tank für Frauen der heutigen Grossmüttergeneration). Viele ältere, engagierte Feministinnen, welche in der Grossmütter-Bewegung aktiv sind, waren auch früher aktive Politikerinnen oder haben im Gemeinwesen gearbeitet. Sie gehen auf die Strasse, um für ihre Anliegen zu werben, lassen Studien erstellen und stellen klare Forderungen für die Alterspolitik auf. Sie suchen Antworten auf Fragen, wie:

Warum reden alle sofort über Geld, wenn es um die Bedürfnisse alter betreuungsbedürftiger Menschen geht? Warum werden immer mehr Kosten auf die Hochaltrigen überwälzt? Warum wird in der Langzeitpflege vorrangig in Technologie und Bürokratie investiert anstatt in Zeit und Zuwendung?

Die Forderungen lauten entsprechend

Betreuung und Pflege gehören zusammen! Das muss auch für die Finanzierung gelten.

Kein Abbau der Ergänzungsleistungen (EL).

Ausbau der öffentlichen Spitex: Pflege, Betreuung und hauswirtschaftliche Leistungen sollen für alle gewährleistet und erschwinglich sein.

Attraktive Arbeitsbedingungen für die in der Langzeitpflege Tätigen.

Ausbau der Entlastungs- und Beratungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige.

Für die ältere Bevölkerung hatte die Referentin einen guten Rat aus ihrer Erfahrung: Fragt euch immer, was euch Freude macht! So werdet ihr nicht unzufrieden und trübsinnig.

Es war ein kurzweiliger gut besuchter Abend – trotz sommerlicher Hitze. Das Thema bewegt und wird uns noch weiter beschäftigen.

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